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Frühlingsduft
Die Verwendung der Rosen - Gartenkunst und Denkmalpflege im Verbund


In den ersten Jahren nach der Fertigstellung des Rosengartens am Dresdner Königsufer war die hier aufgepflanzte Sortenvielfalt eine wesentlich umfangreichere als die heute noch vorhandene. Es gilt als gesichert, das diese damalige Vielfalt auch aus einer konsequenten Weiterverwendung von Austellungsmaterialien und -pflanzen der vom April bis Oktober 1936 in Dresden stattfindenden Reichsgartenschau resultiert. Damit konnte nun ein weiterer sehr opulent ausgestatteter Sondergarten im Rahmen des damals neugestalteten Königsufers entstehen. Die Fortführung der ursprünglichen Gestaltung ist heute wieder der Inhalt unserer gartendenkmalpflegerischen Zielstellung.


Karte Rosenstandorte 2005

Fotogalerie - Rosen


Während der Recherchen in Vorbereitung der Rekonstruktion des Rosengartens mußte festgestellt werden, das keinerlei Bepflanzungspläne aus der Entstehungszeit mehr vorhanden sind. Vor allem in den Randbereichen kam es im Laufe der Zeit durch die Verschlechterung der Standortbedingungen, wie zum Beispiel Beschattung, Verdrängung, wenig Pflege und natürlich auch immer wieder durch Zerstörung, zu Totalausfällen der meisten Sorten.
An vielen dieser Standorte findet man derzeit fast nur noch die durchgetriebene Veredlungsunterlage als kräftigen Strauch, wie zum Beispiel Rosa canina. Die Bestimmung der noch erhaltenen Strauchrosen gestaltet sich derzeitig recht schwierig, so das es sich vorerst erforderlich machen wird optimalere Bedingungen für die Pflanzen zu schaffen, um so noch einmal eine Feinabstimmung der Merkmale und Besonderheiten mit den schriftlichen Vorgaben durchführen zu können. Nicht zuletzt muß dabei auch die erhebliche Variationsbreite der einzelnen Sorten und Arten im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Standortbedingungen beachtet werden.

In den Beetbereichen des Vorderteils gibt es in Folge der hier bereits erfolgten Rekonstruktion nach historischem Vorbild, wieder Rosenpflanzungen mit Sorten aus den 1930 er Jahren. Bei der Auswahl dieser Sorten haben wir uns an historischen Dias orientiert und versucht dieses dort zu findende Farbzusammenspiel wieder herzustellen.

Die bis zum Jahr 2005 erfolgte Rekonstruktion des Mittelteils hat eine wesentliche Verbesserung der einzelnen Standorte gebracht und ist nun in seiner Gesamtheit wieder in der Lage höchsten Ansprüchen zu genügen. Die hier verwendeten Rosen sind fast alles DDR-Rosensorten. Mt Genehmigung des Landesamtes für Denkmalpflege sollen diese Sorten den Gestaltungsgedanken aus der Entstehungszeit umsetzen und gleichfalls zeigen, welche hervorragende Arbeit die Rosenzüchter in der DDR geleistet haben. Viele der Besucher haben bereits "alte Bekannte" auf den Rosenbeeten wieder entdeckt und geraten immer mal wieder in´s Schwärmen ob der Rosen die einst den eigenen Garten zierten.

Ein weiterer wichtiger Punkt im Mittelteil sind die Hochstammqartiere links und rechts der Mittelachse Sie vereinen ebenfalls DDR-Sorten auf 600 Einzelstämmen und bilden somit eine wunderschöne Kulisse für den Farbverlauf der zentralen Mittelachse.

Der nachfolgende Senkgarten wurde nach der Flut des Jahres 2002 baulich wieder instandgesetzt und zeigt heute noch die Gestaltungsvariante aus den 1970 er Jahren. Eine stilisierte Rosenknospe, an deren Endpunkt der Brunnen mit einer kleinen Fontäne steht, ist eine typische Form aus dieser zeit und zeigt die Rose in einer flächig- ornamentalen Pflanzung. Hier finden wir sowohl DDR-Sorten als auch Sorten aus der BRD und aus Frankreich.
Mit der Rosa roxburghii wird ein kleiner Abschluß geschaffen, bevor es dann auf den Eigentumsflächen des privat betriebenen "Kaffee Rosengarten" noch viel zu tun gibt um den einstigen Glanz auch dieser Rahmenpflanzung wieder herzustellen.

Die von uns nun nachfolgend vorgestellten Rosensorten stellen einen mit großer Sorgfalt erreichten Erkenntnisstand in unserer Rosenbestimmung dar, der sich gemäß des Prinzips "Vom Einfachen zum Schwereren" sicherlich noch über einige Zeit verändern und erweitern wird.
Damit uns die Rosen noch recht lange treue Begleiter sein können werden wir alle Kraft daran setzen dieses einzigartige Stück Gartenkunst auch in schwierigen, Zahlen- und Geldbestimmten Zeiten für unsere Nachkommen zu erhalten und weiter zu entwickeln.